„Wächter, wie weit ist es in der Nacht?“
Vor diese Daseinsfrage gestellt gibt der Maler und Mystiker Erich
Schickling in seinen Bildern Zeugnis von dem göttlichen Geheimnis, in
welches wir hineingeboren sind. Dafür wach zu werden, dass vor aller
sichtbaren Schöpfung das Licht ist , hat er der Architektur seiner
Ausstellungsräume, quasi seinem ganzen Werk die Sonne vorangestellt,
als Bronzeskulptur.
„Man
kann den Besuchern der Erich-Schickling-Stiftung nur wünschen, dass sie
im Blick auf das sichtbare Kunstwerk vom Gefühl des inneren
Sonnenaufgangs ergriffen werden,“
so Eugen Biser, der große Botschafter im Dialog der Religionen, dessen Theologie der Auferstehung für Erich Schickling heute von großer Tragweite ist. Die prophetische Welt des Dichters Hölderlin, der Orpheus eines Rilke oder die homerischen Gesänge, das Studium der hebräischen Überlieferung, die Wortbezüge zur slawischen Sprache und vor allem die bildreichen Geschichten des Alten Testamentes, immer bezogen auf die Mitte des Evangeliums - dies und noch viel mehr sind die Quellen, aus denen die Bildwelt Erich Schicklings ausfließt, immer getragen vom tiefen Glauben und der allgegenwärtigen Meditation des Schöpfungsgeheimnisses.