„Wächter, wie weit ist es in der Nacht?“ Vor diese Daseinsfrage gestellt gibt der Maler und Mystiker Erich Schickling in seinen Bildern Zeugnis von dem göttlichen Geheimnis, in welches wir hineingeboren sind. Dafür wach zu werden, dass vor aller sichtbaren Schöpfung das Licht ist , hat er der Architektur seiner Ausstellungsräume, quasi seinem ganzen Werk die Sonne vorangestellt, als Bronzeskulptur.

„Man kann den Besuchern der Erich-Schickling-Stiftung nur wünschen, dass sie im Blick auf das sichtbare Kunstwerk vom Gefühl des inneren Sonnenaufgangs ergriffen werden,“

so Eugen Biser, der große Botschafter im Dialog der Religionen, dessen Theologie der Auferstehung für Erich Schickling heute von großer Tragweite ist. Die prophetische Welt des Dichters Hölderlin, der Orpheus eines Rilke oder die homerischen Gesänge, das Studium der hebräischen Überlieferung, die Wortbezüge zur slawischen Sprache und vor allem die bildreichen Geschichten des Alten Testamentes, immer bezogen auf die Mitte des Evangeliums - dies und noch viel mehr sind die Quellen, aus denen die Bildwelt Erich Schicklings ausfließt, immer getragen vom tiefen Glauben und der allgegenwärtigen Meditation des Schöpfungsgeheimnisses.

Aktuelles
Am 18. September ging das 12. EGGISRIEDER SEMINAR für „Musik und Transzendenz“ in den Ausstellungs- und Konzerträumen der Stiftung zu Ende. Rund 40 Teilnehmer (Mitwirkende und Zuhörer) widmeten sich dem diesjährigen Thema “Wurzeln. Volksmusikalische Traditionen in der europäischen Musik”. Einen besonderen Höhepunkt bildete das Meisterkonzert mit dem Violoncellisten Benedict Klöckner und dem Pianisten Andrej Jussow.
Dazu der Bericht von Markus Noichl in der MZ “Allgäu-Kultur” vom 22.Sept. 2011
Rückblick
In der Evang. Dreifaltigkeitskirche Bobingen (Architekt Wichtendahl), in der Erich Schickling ein Betonglasfenster mit dem Gotteslamm gestaltet hat, wurden von März bis Juli vier Bilder zu österlichen Themen gezeigt, darunter das großformatige Werk „Ostermorgen“.
Über Uns
Die Erich-Schickling-Stiftung im Günztal nahe Ottobeuren hat ihre Mitte in den Bildern und Glasfenstern des Künstlers Erich Schickling. Sie laden den Besucher, ob er zufällig als Günztalwanderer hierher gelangt ...