Aktuelles

Oktober bis März ruht das Programm der Stiftung. Führungen und Besichtigungen sind auf Vereinbarung möglich. Die Hauskapelle ist geöffnet.

Rückblick Veranstaltungen 2019
Das Programm 2020 wird demnächst angekündigt.

Einladung zu Leben im Bild 2020

Schoschana - Gottes Wohnen in der Schöpfung

Detail aus dem Glasfenster der Ulrichskirche in St. Peter-Ording

Das Geheimnis von Weihnachten stellt uns Erich Schickling dar in der Gestalt
von Maria mit dem Kind.

Maria schafft Raum in sich, und das Göttliche erfüllt diesen Raum.
Mit ihrem „Fiat“ – „es geschehe“ – beschränkt sie sich selbst, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen vom Leben und wird zum Gefäß für das Göttliche, zur Wohnung, zur Herberge. Darin erblüht sie zur Fülle ihres Frau-Seins, zur empfangenden Schönheit unseres Mensch-Seins.

Maria vollzieht, was entsprechend einer jüdisch-kabbalistischen Tradition des 16. Jahrhunderts Gott selbst tut, auf dass Mensch und Welt überhaupt sein können:
Gott nimmt sich zurück, zieht in der Mitte etwas von der Intensität seines Lichtes ab, so dass Raum entsteht für Mensch und Welt. „Denn wenn das Licht überhandnimmt, wird das Gefäß wegen seiner geringen Kraft, das starke und große Licht aufzunehmen, aufgelöst. Es bedarf also zuerst einer Beschränkung und einer Verringerung des Lichtes, und dadurch wird die Existenz des Gefäßes offenbart.“

Gott und Mensch, Göttliches und Menschliches – wechselseitig schaffen sie einander Raum und wachsen ineinander und ineinander hinein. Dies zeigt Erich Schicklings Bild.

In Maria erscheint das Göttliche in der schöpferisch-gebärenden Kraft, im Jesuskind strahlt das zurückgehaltene Licht auf wie in einem Brennpunkt.

Du in mir, ich in Dir,
ein Herzenswort der mystischen Tradition meditiert hinein in dieses Geheimnis.

Ich schaffe Raum in mir, lasse Eigenes zurücktreten. Göttliches geschieht mir im Fluss meines Lebens.

Schoschanna – Gottes Wohnen in der Schöpfung,
Gottes Wohnen in mir,
mein Wohnen in Gott.

Möge dieses Geheimnis ankommen – stets von neuem.

Text: Prof. Dr. Lydia Maidl