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Veranstaltungsprogramm 2021

Projekt Spiritual Care und Kunst

Samstag, 23. Oktober um 14 Uhr Kunstgeschichtlicher Vortrag mit Dr. phil. Gertrud Roth-Bojadziev (Augsburg)

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Aufbrüche der Malerei zwischen Darstellung und Abstraktion im Werk Erich Schicklings

Samstag, 23. Oktober um 14 Uhr Kunstgeschichtlicher Vortrag von Dr. phil. Gertrud Roth-Bojadziev (Augsburg)

Ende des 19. Jh. begannen Künstler und Künstlerinnen einen bis dahin unverbrüchlichen Wert der Kunst in Frage zu stellen. Bis dato orientierte sich die Wahl des Dargestellten und die Darstellungsweise an unserer erlebbaren, visuell, haptisch und räumlich erfahrbaren Welt. Die Volumina von Körpern jedweder Art wurde z. B. durch Hell-Dunkel-Modulationen erarbeitet analog zu unserem Seh-System, das aus beleuchteten und verschatteten Partien einen Körper erschlüsselt. Die Illusion des Tiefenraumes auf der Bildfläche erwirkte man über mannigfache Überdeckungen und die Beherrschung der Zentralperspektive und Luftperspektive. Die Beherrschung der proportionalen Bemaßungen z. B. beim menschlichen Akt war eine Selbstverständlichkeit. Die künstlerische Lehre bis ins 20. Jh. hinein war zunächst handwerkliche Einweisung und dann die Lehre von bewährten Kompositionsschemata innerhalb der tradierten Bildgenres: Porträt, Stillleben, Landschaft, religiöses Bild etc. Um die Jahrhundertwende entwickelten einige Maler drastische Abweichungen vom Sehbild, trotz vieler Widerstände seitens des Publikums, das seine Sehgewohnheiten nicht mehr einlösen und mit dem eigenen Erfahrungsbild abgleichen konnte.

Für die Generation Erich Schicklings war eine  der entscheidenden Fragen die nach der Wahl der Darstellungsweise: an der visuellen Welt orientiert, abstrahierend oder gänzlich abstrakt. Vor allem für die Verbildlichung religiöser Texte innerhalb jahrhundertealter  kirchlicher und künstlerischer Traditionen war diese Wahl nahezu eine Revolution. Der Vortrag versucht an ausgewählten Bildbeispielen den Weg Erich Schicklings in einen größeren Kontext zu stellen.

Gertrud Roth-Bojadziev studierte Kunstgeschichte, Volkskunde, Musikwissenschaft und Pädagogik. Die meisten Berufsjahre verbrachte sie am Lehrstuhl für Kunstpädagogik als wissenschaftliche Assistentin und Dozentin, einige Jahre als Lehrbeauftragte für Volkskunde. Von 1972 bis 2009 war sie Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Universität Augsburg. Intensive Tätigkeit in der Erwachsenenbildung mit Führungen und Fortbildungen. Zahlreiche Publikationen.

Eintritt 10 €, für Mitglieder des Förderkreises 5 € Nur auf Anmeldung! Möglichst per mail mit Angabe der Tel.-Nr.!