Junge Dialoge der Romantik

Am 16. Juni 2026


Das neu gekürte Adularia-Trio aus Augsburg gestaltete einen schwungvollen und künstlerisch hochwertigen Nachmittag in der sommerlichen Ausstellungshalle der Erich-Schickling-Stiftung.

Die angekündigten “Dialoge der Romantik” widmeten sich zwar in erster Linie der Beziehung von Clara und Robert Schumann, insbesondere die Gattung “Klaviertrio” betreffend. Doch wurde der Abend mit einem Blick über Robert Schumann hinaus eröffnet: mit der Sonate für Klavier und Violoncello op. 99 in F-Dur. Schumann selbst war es ja, der dem jungen Pianisten und Komponisten mit einem bahnbrechenden Artikel die Tür zur Welt geöffnet hatte. Leonie Harrer (Cello) musizierte den hochdramatischen ersten Satz mit großem Können, brillant begleitet von Ayumi Janke am Klavier. Der 2. Satz Adagio affetuoso war mit großer Ruhe und feinem Timbre vom Cello geführt und gemeinsam zelebriert.

Die Brücke zu Robert Schumann bildeten zwei Stücke aus seinem Klavierzyklus Carnaval op. 9: “Eusebius” mit Zartheit, “Florestan” mit Temperament gespielt von Mariija Lychana, den beiden Charakteren entsprechend, die in Schumanns literarischem Figurenkabinett seiner spannungsreichen Seelenlage entsprachen.

Reifer und innerlicher Schumann-Stil folgte mit der Violinsonate in a-Moll op. 105, einer denkbar großen Herausforderung für eine junge Musikerin. Mit großem Ernst und Können stellte sich die Geigerin Felicitas Marxer dieser Aufgabe zusammen mit der Begleiterin Ayumi Janke. Mit ihrer Moderation führte Felicitas nicht nur in dieses Werk sondern auch in das Hauptwerk des Konzertes, in das Klaviertrio g-Moll op. 17 von Clara Schumann ein.

Dieses erklang nach der Pause vom nun versammelten Adularia-Trio. Sie überzeugten nicht nur das Eggisrieder Publikum mit ihrem kammermusikalischen Können und ihrem eigenständigen Gestaltungspotential, sondern hatten sich eine knappe Woche vorher damit den 2. Preis des Kammermusikwettbewerbs des LMC Augsburg (Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg) erspielt. Mit ihrer Zugabe, dem “Rondo a l’Ongarese” aus Josef Haydns berühmten G-Dur-Klaviertrio, entfachten die jungen Musikerinnen dann vollends die Begeisterung des Publikums.

Erich Schickling Stiftung – Begegnungsstätte von Kunst und Religion