Vernissage zur Sonderausstellung
Am 21. April 2026
Moderne Medien zu nutzen, um Kunst und Kultur zu präsentieren - dieser Herausforderung stellt sich die Schickling-Stiftung in Ottobeuren. Im Rahmen der Sonderausstellung "Auch der Gesang kaum darf es enthüllen", die sich mit "Musikalischen Beziehungen im Werk von Erich Schickling" beschäftigt, sind auch Videofilme und Tonaufnahmen zu sehen. Man kann sich nun also der Bilderwelt Schicklings auf verschiedenen Ebenen nähern. Beispiel? "Der Tod und das Mädchen" ist nicht nur in vier Hinterglasbildern zu betrachten, sondern auch als Filmaufnahme eines Konzertes, in dem 2025 das Malion-Quartett das gleichnamige Werk Schuberts in der Stiftung aufführte. Zu einigen Werken lassen sich über QR-Code Hintergrund-Informationen abrufen.
Auch König David mit der Harfe ist ein Thema, das Schickling oft aufgriff. Ihm ist ein eigener Ausstellungsraum gewidmet, in dem auch das Video "David und die Musik" zu hören und zu sehen ist. Dieses bezieht sich auf eine Aufführung 2025, in der Prof. Maria Stange (Harfe) Robert Schumanns Kreis der "Davidsbündler" thematisierte, dem er auch die "Davidsbündlertänze" widmete.
Prof. Stange ließ ihre Harfe auch bei der Vernissage der Ausstellung erklingen. Einleitend mit der Sarabande aus Bachs Lautensuite BWV 996, die auf der Harfe "groß" wirkte, klangvoll und erhaben. Das eigentlich geplante Duo mit einer Querflöte musste ausfallen, stattdessen erklang die Blockflöte von Andreas Kammenos zusammen mit der Harfe. Zunächst im Werk "Syrinx", das Claude Debussy der Begegnung des Gottes Pan mit der Nymphe Syrinx widmete, die sich ihm entzog, indem sie sich in Schilfrohr verwandelte - aus dem sich Pan dann die nach ihm benannte Flöte baute. Nochmals Pan inspirierte den französischen Komponisten Jules Mouquet (1867 bis 1946) zu seinem Duett "Pan et les Oiseaux - Pan und die Vögel".
Pan oder andere Gestalten der griechischen Mythologie wie Orpheus und Eurydike, Odysseus und die Sirenengesänge mit den Themen der Bibel zu verbinden, auf gemeinsame archaische Lebensmotive abzuklopfen, das war eine von Schicklings zentralen Lebensaufgaben. Dass man sich solch zeitlos gültigem Wirken nun auch aus neuen Perspektive nähern könne, sei eine gute Nachricht. Er komme gern an diesen "Kraftort an der Günz", sagte Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag. Gerade in den aktuell so unruhigen Zeiten seien solche Plätze wichtig, an denen man zur Ruhe kommen und nach innen gehen könne. "Vergesst mir die Seele nicht!" Diese Worte von Pfarrer Kneipp seien gültig mehr denn je. Wie wichtig es sei, Kultur nicht nur in den Metropolen zu fördern, das betonte Petra Beer aus Memmingen, die für den Bezirk Schwaben gekommen war. Beide Mandatsträger waren sich einig, dass die gut 30 000 Euro Förderung aus dem Kulturfonds Bayern hier gut aufgehoben seien.
Hoffnung für die Zukunft der Stiftung macht auch zu sehen, wie um Ulrike Meyer ein Netzwerk wächst und entsteht, das diesen Platz mit Leben füllt. Ausdrücklich gedankt wurde bei dieser Gelegenheit auch den ehrenamtlichen Helfern, ohne die so eine Ausstellung nicht verwirklicht werden kann.
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10 bis 12 Uhr. Samstags oder für andere Zeiten kann sie auf Anfrage besucht werden.
